Exploratives lauschen TEIL1: Last FM

By sidl

Wer seinen musikalischen Horiziont erweitern möchte, kann mit Last FM auf Expedition gehen. Gibt man einen Künstler- oder Bandnamen in das Suchfeld des LastFM-Radios ein, werden im Stil ähnliche Bands gespielt. Der Web-Service bezeichnet sich als Social-Music-Plattform, denn LastFM orientiert sich am Hörverhalten seiner User und stellt so individualisierte Programme zusammen: „Wenn viele Benutzer Künstler X hören, und ebenso Künstler Y und Künstler Z, werden diese als „ähnliche Künstler“ wie X ausgemacht.“ Dass dieses System auch seine Tücken hat, liegt auf der Hand. Irgendwann führt der Weg in die Irre, doch darin liegt gerade der Reiz von LastFM: Plötzlich stösst man auf musikalische Perlen in einer Sparte, mit der man sich nie „freiwillig“ auseinandergesetzt hätte. So bin ich beispielsweise stolzer Besitzer des neuesten Albums der flämischen Folkgruppe Laïs (5 Euro MP3-Download direkt beim Label). Auf Last FM lassen sich für viele Bands Informationsseiten mit gestreamten Auszügen oder ganzen Songs zum Probehören abrufen.Aber Vorsicht: Die Begeisterung des aufgeschlossenen Musik-Ethnologen für fremde Klänge wird bei sommerlichen Fleischverbrennung nicht von allen Anwsenden gleichermassen geteilt.

Die LastFM Musikdatenbank mit über sieben Millionen Künstlern und 65 Millionen verschiedenen Titeln gehört für mich zu den interessantesten Web-Services und überrascht mich immer wieder von Neuem. Die Anmeldung bei Last.fm und Nutzung des Dienstes sind komplett kostenlos. Man kann ein Bezahl-Abonnement erstehen. Die Vorteile, die einem daraus erwachsen, sind mir aber nicht ganz klar.

Die Stream-Aufzeichnung ist bei LastFM nicht einfach. Zwar scheint es Möglichkeiten zu geben, ich bin bisher noch auf keine konfortable Lösung gestossen (für entsprechende Hinweise immer dankbar). Dafür hat mich LastFM bereits zum Kauf verschiedener Alben motiviert. Insbesondere labeleigene günstige MP3-Downloads sind sehr attraktiv. M.E. ist das LastFM zugrunde liegende Konzept des Empfehlungsmarketings wegweisend für die Zukunft der Musikindustrie. Dabei werden die Karten neu gemischt werden. Kleine Labels werden dabei im Wettbewerb mit Major Labels wieder gestärkt. Die Künstler werden wieder näher ans Publikum gebracht: Jedem Musiker steht es frei, seine Produktionen in die Datenbank zu laden und diese mit der hauseigenen Vertriebs-Website zu verlinken.

Laut Netzwelt.de arbeitet LastFM zur Zeit daran, sein Angebot mit einer Musikvideo-Datenbank zu ergänzen. Damit wird ein individualisierter Musiksender entstehen, der MTV und VIVA ernsthafte Konkurenz machen wird.

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